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Mit dem Coronavirus über den roten Teppich

 

Kolumne 20 Feb. 2020

 

Eigentlich ein ganz magisches Datum und den magischen Moment hatte ich heute, als ich im Regen wartend am Zaun stand und mich fragte, ob ich nun gehen soll. In diesem Moment fiel von der Amsel auf dem Ast, die weiße Flüssigkeit auf den Boden. Ich fühle mich gebremst Kacke zu sagen, aber so war es. Das war ein unterstüzendes Signal einfach zu gehen. Ich wartete auf meinen Traummann, ja meinem Ehemann. Das klingt romantisch, aber diese Ehe ist bestimmt nicht romantisch, sondern ein persönliches Dauer Trainingslager an Herausforderungen, Marathonlauf, Gedulds- und ja insbesondere Vertrauensspiel. Vorher sass ich noch wartend im Cafe und lass einmal aus diesen Riesenzeitungen, die einfach noch aus der Zeit stammen, in denen sich alle wunderbar verstecken konnten, um Ihren Interlekt zu demonstrieren. Zum Glück kann man sich heute hinter dem Bildschirm seines wunderbaren Apple laptops verstecken, der zumindest noch das Gesicht erkennen läßt und der Tipper(klingt wie Stripper oder eine Art von Sucht) zwischendurch interessiert mit zurückhaltendem Blick in die Runde schaut, ob da nicht doch ein Gleichgesinnte/r zu erkennen ist. Bestimmt, denn der Nachbar tippt immerhin auf das gleiche gebrandete Gerät und schon sind wir miteinander verbunden. Aber nein, ich wartete tatsächlich in einem nostalgischen Omacafe, welches auch einen Hype erfährt, trotz hoher Ansammlung von Altersschwäche und ein paar aufgeblähte Anwälte, die gerade den nächsten Gerichtsfall besprechen und doch berufsbedingt ein Gesicht der Kühle und Arroganz zur Schau tragen, genau diese Art von Arroganz, die ich jetzt hier mit in diesen Text schwingen lasse, der dann auch gleich eine Kolumne für die Zeitung werden soll, denn trotz allen Niederschlägen, habe ich immer noch das Gefühl, dass ich wahnsinnig viel mitzuteilen habe und ja sogar bemerkenswert intressantes, in der sich eine Menge Leute wiederfinden mögen. Also habe ich heute in meiner Wartezeit die Riesenpapierzeitung durchgelesen, die sich Dank dieser tollen Erfindung des klammernden Holzrückens, sich wunderbar blättern lassen. Ja, diese Erfindung brauchen wir bald auch nicht mehr. Dann liest man so in der Zeitung und hat das Gefühl, die Welt bricht zusammen. An manchen Stellen habe ich mich wirklich gefreut. Ja, dass das Coronavirus die Weltwirschaft schädigt und die Chinesen mal richtig ausgebremst werden in ihrem Übereifer eine neue Weltmacht zu werden. Sollen doch endlich die Säulen der Macht und Gewalt mal endlich zusammenbrechen. Jeder Mensch, der gerade im Kontakt mit dem Virus ist, wird doch ganz schön wach gerüttelt, da muss man sich ja schon persönlich fragen, was mache ich hier eigentlich jeden Tag, macht das alles noch Sinn, für wen das alles, wozu brauchen wir das. Auf der anderen Seite wird dann der rote Teppich ausgerollt und man feiert seine Filme und ja all diese geniale Musik, die auch ihre Pokale wert sind. Aber mal ehrlich so einen blöden Pokal kann man sich als Staubfänger in die Stube stellen oder in eine Glasvitrine und irgendwie ist es doch auch nur ein blöder Pokal wie aus einem dummen, deutschen Verein, der die Kinder dazu animiert, alles zu geben, um einen Pokal abzuräumen. Wie im Großen so im Kleinen, dass ist doch auch alles der gleiche Mist. Dann habe ich mir gleich vorgestellt, wie ich wohl auf dem roten Teppich gehen würde, auch wenn ich tolle Kleider mag, aber ganz erhlich, passte auf dem roten Teppich für mich nur der Look eines Paperbags Outfit. Ja, spürt ihr denn nicht auch alle, dass das alles einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist. Wollen wir denn weiterhin noch einer dieser komischen Blasen hinter herlaufen. Wollen wir uns da nicht lieber von Tesla inspierieren lassen. Der Elon Musk scheint mir tatsächlich ein frischer Wind für engstirnige Firmengeister. Jemand der sein Auto durchs All kurven lässt, der folgt tatsächlich seinen Träumen. Ganz ehrlich wer hätte denn das geglaubt, außerdem hat das in Deutschland kaum einer mitbekommen, wahrscheinlich dachten die Leute endlich mal, dass das Fake News sein könnten. Ich persönlich bewege mich gerade zwischen Realismus und Visionismus. Wenn ich an Elon Musk denke, dann fühlen sich alle meine Visionen wieder willkommen, wenn ich an die deutsche Regierung denke, dann gehe ich zurück zur Bodenständigkeit. Außerdem habe ich schon seit Monaten das Gefühl, das Deutschland gar keine Regierung hat. Und ich muss wirklich sagen, wenn die alten Eichen nicht endlich mal begreifen, dass ihre Zeit schon abgelaufen ist und Sie nur den neuen Wind durch Deutschland blockieren, mit ihrer Meterhohen Schutzmauer, dann werden Sie durch andere Umstände zum Fall gezwungen, dass könnte dann so aussehen, als würde über das Land eine Flutwelle reinschwappen, die alle Mauern mit sich reißt. Vielleicht gibt es dann nochmal so eine schicke Flüchtlingswelle, die dann uns noch mehr herausfordert, weil Hanau und Halle nur ein kleine Briese Salz auf dem fetten Menü sind. Ja, das sind dann die Probleme, mit denen man sich rumschlagen muß, wenn man an der Spitze der Macht sitzt und kein Gespür mehr für Raum und Zeit hat, aber nicht wie in einer Meditation, eher wie eine verlorene Seele, die sich weigert nach Hause zu gehen, weil sie sich materialisiert hat. Spürt Ihr nicht, dass es Zeit ist für neue Gesichter, die die Ämter der damaligen Macht besetzten und die mit Macht ganz neu umgehen werden. Seht ihr nicht, das die neuen Gesichter eine Blüte und Zartheit mit sich tragen, die man vor Jahren noch nieder getrampelt hat. Ja, nun erwachen, die neuen Gesichter und ich bin heil froh, dass bald in der deutschen Regierung es mehr Gesichter geben wird, die die Macht nicht nötig haben, denn ihre Macht liegt in ihren Herzen und nicht abgespeichert in irgendeinem Geschlechtsteil, welches sich irgendwo verirrt hat.